Gedanken zur Jahreslosung 2018

    • 3. Januar 2018
    450 298 Freie evangelische Gemeinde (FeG) Bonn - die City-Kirche im Herzen von Bonn!

    Die Tradition der Losung stammt aus Herrnhut, einem Ort in der Nähe von Görlitz. Herrnhut war eines der Zentren des Pietismus. Der Pietismus war davon geprägt, dass die Bibel nicht nur in der Theorie als Wort Gottes angesehen wurde, sondern auch in der Praxis gelesen, ja studiert wurde. Von dort stammt neben der Tradition der „Stillen Zeit“ auch die sogenannte Losung.

    Die Jahreslosung soll uns ein Jahr lang als Gotteswort begleiten. Für 2018 stammt das Bibelwort aus dem 21. Kapitel der Offenbarung des Johannes. Dort heißt es im sechsten Vers im zweiten Teil:

    Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

    Umsonst

    Was Gott uns anbietet, ist umsonst. Nicht vergeblich, aber unentgeltlich. „Was nichts kostet ist auch nichts“, so habe ich noch den Kommentar meiner Eltern im Ohr, wenn ich wieder einmal ganz stolz meine kleinen Giveaways aus dem Wahlkampf zeigte. Was nichts kostet, das ist auch nichts wert. Sicher ist da etwas Wahres dran.

    Aber es gilt auch: Die wirklich wertvollen Dinge, das Wesentliche unseres Lebens, ist nicht käuflich. Wir bekommen sie umsonst. Es sind die Dinge, die alles andere als wertlos sind. Ja, sie sind wertvoll. Dazu zählen Dinge wie Glück. Aber auch Liebe, Geborgenheit, Frieden, Freude, ja selbst Glaube ist nicht käuflich.

    Was Gott uns schenkt, was er uns anbietet, ist nicht käuflich, sehr wohl aber erhältlich. Denn ER gibt es uns – umsonst.

    Quelle

    Seit 20 Jahren haben wir unser Zuhause hier im Rheinland. Immer wieder zieht der Rhein nahezu magisch an. Eines Tages wollte ich unbedingt zur Quelle. Quellen haben mich schon immer fasziniert. Sie haben etwas Ursprüngliches. An der Quelle ist das Wasser sauber, rein. Sie sprudelt, sprudelt und sprudelt. Immer weiter, immer genug. Sie versiegt nicht. Wenn Wasser und Quelle schon uns faszinieren, wie viel mehr Menschen, die in einem trockenen Land leben.

    Im Alten Testament ist Gott die Quelle des Lebens. Beim Propheten Jeremia klagt Gott über sein Volk: „Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.“ Möchtest Du leben, dann brauchst Du Gott. Es gibt kein Leben ohne Gott. Gott ist der Ursprung des Lebens und auch der Inhalt.

    Lebst Du für die Gesundheit, bist und fühlst Du Dich krank. Lebst Du fürs Geld, bist Du arm. Lebst Du für den Sport, bist Du nicht fit. Lebst Du für die Anerkennung, leidest Du unter Ablehnung. Stopf Dein Leben nicht mit Dingen voll, die Dich nicht wirklich befriedigen. Gott ist die Quelle des Lebens.

    Durstig

    Wer kennt das nicht? Durst. Das Gefühl, durstig zu sein. Vielleicht spricht uns das Bild von der Quelle deshalb so an, weil wir alle die Erfahrung kennen, durstig zu sein. Schon im Alten Testament bekennt ein Beter: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott!“

    Hast Du Durst? Sehnsucht? Bist auf der Suche nach dem Leben? Auf der Suche nach dem Sinn? Dann komm zu Gott! Komm zu Jesus!

    Und dann reden wir noch vom:

    Trinken

    Das ist das einzige, was wir tun können. Trinken. Ja, Gott verschenkt sich, aber wir müssen auch von uns reden. Gott ist die Quelle, aber trinken müssen wir. Das Evangelium ist: Gott hat alles getan. Du hast dem nichts, wirklich gar nichts hinzuzufügen. Es ist für uns umsonst.

    Aber trinken müssen wir. Wir sind herausgefordert, das Evangelium zu glauben, aus der Quelle zu trinken. Trinken, das ist nicht anstrengend. Wer Durst hat, der trinkt. Die Antwort auf Durst heißt „Trinken“. Die Antwort auf das Evangelium heißt Glauben, Annehmen.

    Die Jahreslosung ist Einladung zum Glauben. Einladung zu Jesus. Glauben beginnt mit der Entscheidung, Glauben zu wollen. Und dann damit, dies Jesus zu sagen. Und dann das Bekenntnis vor den Menschen.

    Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst!“

    Das Evangelium will geglaubt werden.

    Amen!

    (Pastor Andreas Fehler)

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